01.06.2026 12:47
von Petra Basler
(Kommentare: 0)

Am Samstag kamen 98 stimmberechtigte Delegierte in der Stadthalle Gütersloh zusammen, um über die regionale Rangliste der Landtagskandidat*innen für die Landtagswahl im nächsten Jahr zu entscheiden. Die aufgestellte Liste wird zur weiteren Beratung in der SPD-Landesdelegiertenkonferenz NRW benötigt. Der SPD-Regionalvorsitzende Veith Lemmen betonte eingangs die Bedeutung des frühen Zeitpunkts der Aufstellung: Man wolle rechtzeitig mit den Menschen in den Wahlkreisen in den Austausch treten und zeigen, dass die NRW SPD bereit sei, den Alltag der Bürger wieder „funktionieren“ zu lassen. Ziel der Sozialdemokraten ist es, bei der Wahl 2027 stärkste Kraft zu werden und Jochen Ott ins Amt des Ministerpräsidenten zu führen.

Fokus auf den Alltag der Familien

Im Zentrum der Konferenz stand die Situation berufstätiger Familien, die laut Lemmen das „Rückgrat und die Mitte dieser Gesellschaft“ bilden, sich jedoch zunehmend in einem „Hamsterrad“ aus steigenden Belastungen und maroder Infrastruktur wiederfinden. Der SPD-Landesvorsitzende Jochen Ott griff diesen Faden in seiner Grundsatzrede auf und plädierte leidenschaftlich für den Wert der Solidarität. In einer Zeit permanenter Krisen dürfe nicht das „Recht des Stärkeren“ entscheiden, sondern das gemeinschaftliche Gestalten der Zukunft.

Ott konkretisierte dies an mehreren Politikfeldern:

  • Wohnen und Wirtschaft: Er kritisierte profitorientierte Wohnungsgesellschaften wie die LEG scharf und forderte eine stärkere Wohnungsaufsicht, um Mieter vor Verwahrlosung zu schützen. Zudem forderte er eine aktive Wirtschaftspolitik und einen Industriestrompreis, um gute, tarifgebundene Arbeitsplätze in der Region OWL zu sichern.
  • Bildung: Angesichts der Herausforderungen durch Künstliche Intelligenz forderte Ott eine „mutige Bildungsreform“. Es dürfe nicht nur darum gehen, Wissen abzuprüfen, sondern die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder zu stärken. Kitas müssten durch bessere Ressourcen gestärkt werden, statt Erzieher durch bürokratische Vorgaben zu demütigen.
  • Migration und Sicherheit: Ott sprach sich für eine positive Erzählung von Migration aus, die den Fachkräftebedarf etwa im Gesundheitswesen in den Blick nimmt. Gleichzeitig betonte er die sozialdemokratische Verantwortung für Sicherheit im öffentlichen Raum: Man müsse konsequent gegen Kriminalität und Verwahrlosung vorgehen, damit sich alle Bürger in Städten und Gemeinden wohlfühlen können.

Einstimmiges Votum für die OWL-Liste

Die personelle Aufstellung der Region verlief harmonisch. Der Regionalvorstand legte einen Reihungsvorschlag vor, der laut Veith Lemmen in „sehr konstruktiven und kollegialen“ Vorgesprächen zwischen den Kreisverbänden erarbeitet worden war. Als Spitzenkandidat für OWL führt der Familienexperte Dennis Maelzer die Liste an.

Der Listenvorschlag, der insgesamt 15 Kandidierende umfasst, wurde von der Konferenz bei lediglich einer Enthaltung einstimmig angenommen. Die Liste zeichnet sich durch eine Mischung aus erfahrenen Landtagsabgeordneten und neuen Gesichtern sowie eine geschlechterparitätische Besetzung aus.

Jochen Ott lobte abschließend die Disziplin und Leidenschaft der ostwestfälischen SPD, die er als „Hochburg“ der Partei in Nordrhein-Westfalen bezeichnete. Mit diesem Rückenwind startet die Region nun in die Verhandlungen zur Landesliste und den bevorstehenden Wahlkampf.

SPDOWL-Reihung für die Landesliste zur Landtagswahl NRW 2027:

  1. Dennis Maelzer
  2. Nora Wieners
  3. Maximilian Reeck
  4. Christina Kampmann
  5. Christian Obrok
  6. Kerstin Moeschke
  7. Ridvan Ciftci
  8. Ellen Stock
  9. Detlef Nacke
  10. Frauke Großer
  11. Alexander Baer
  12. Eva Hellmann
  13. Paul Robert Hilleke
  14. Ann-Kristin Hain
  15. Thorsten Klute

Zurück